Konzeption allgemein

Inhaltsverzeichnis
Leitbild
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser
Unser soziales Umfeld
Rahmenbedingungen
Religionspädagogik
Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag der Kindertagesstätte
Qualitätsentwicklung
Kinderschutzkonzept
Kindeswohl (§8A)
Beschwerdemanagement
Wir arbeiten „offen“
Unser Erziehungsauftrag in der „offenen Arbeit“
Worin sehen wir die Rolle als pädagogische Fachkraft?
Unser Bild vom Kind
Rechte der Kinder in unserer Einrichtung
Teamarbeit
Elternarbeit
Elternausschuss
Kindertagesstätten Ausschuss
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen /Öffentlichkeitsarbeit
Kooperation und Vernetzung im Sozialraum
Eingewöhnungsphasen und Übergänge
Beobachten und Dokumentieren
Projektarbeit
Raumgestaltung
Regeln und Grenzen in unserem offenen Haus
Der Tagesablauf der Kita Morgenstern
Krippe
Hort
Schlusswort
Rechtliche Gültigkeit

Leitbild

 

Vorwort

Eigentlich war es ein routinemäßiger Vorgang: nach einigen Jahren musste die Konzeption der KiTa „Morgenstern“ angepasst werden.

Doch der Zeitpunkt ist so herausfordernd wie kaum jemals in der über 150-jährigen Geschichte: die Kirchensteuermittel schrumpfen und das Dekanat plant die Entstehung einer gemeindeübergreifenden Trägerschaft für 2022. Das Kindertagesstättengesetz des Landes Rheinland-Pfalz ändert sich. Die Zukunft der alten Kinderschule ist ungewiss. Und während ich diese Zeilen schreibe, geht die zweite Welle der Corona-Pandemie durch unser Land und durch Europa und die Welt, ohne das abzusehen wäre, wie sich die Situation weiter entwickeln wird.

Da tut es gut, auf das Leitbild unserer KiTa zu schauen: den Morgenstern. Einmal im Spätherbst auf den Stern, der vor 2000 Jahren am Himmel stand und weise Männer dazu veranlasst hat aufzubrechen und dem Stern zu folgen. Auf einer weiten Reise ins Ungewisse. Mit der festen Überzeugung, dass am Ziel etwas Wunderbares auf sie warten würde. Und sie fanden das Kind in der Krippe.

Und der Vers im 2. Petrusbrief, auf den sich unser Name bezieht, verspricht uns, dass dieser Stern nicht nur damals am Himmel geleuchtet hat, sondern immer wieder in den Herzen der Menschen zu leuchten beginnt,  auch und gerade in dunklen Zeiten. Das gibt uns Hoffnung und Zuversicht, unsere Konzeption jetzt zu verabschieden, egal wie Zeiten und Gesetze sich ändern mögen und wann wir sie wieder werden umschreiben müssen.

Und werden an Weihnachten zu Hause, im Park oder in der Kirche mit unseren Kindern singen. Und vielleicht finden Sie nach den bekannten auch das weniger bekannte Lied vom Morgenstern:

Der Morgenstern ist aufgedrungen,
er leucht´ daher zu dieser Stunde
hoch über Berg und tiefe Tal,
vor Freud singt uns der lieben Engel Schar. (Evangelisches Gesangbuch 69)

Vielen Dank allen Mitdenkenden und –schreibenden! Vielen Dank allen, die diese Konzeption Tag für Tag in die Praxis umsetzen!

Pfarrer Michael Graebsch

Liebe Leserinnen und Leser,
    liebe Eltern und Familien,
    liebe Kolleginnen und Kollegen!

Die Evangelische Kita Morgenstern versteht sich als lernende Institution. Die Umsetzung und Weiterentwicklung der Einrichtungskonzeption sehen wir als Herausforderung, der sich alle Mitarbeiter*innen verpflichtet fühlen. Mit diesem Konzept stellen wir unsere derzeitige pädagogische Arbeitsweise vor.

In der täglichen Arbeit legen wir Wert auf:

• gleiche Bildungschancen für alle
• respektvollen Umgang miteinander
• eine werteorientierte, vorurteilsbewusste Erziehung
• Partizipation
• Orientierung an den Interessen und Bedürfnissen der Kinder
• Anerkennung von Unterschiedlichkeit
• Gestaltungsfreiräume für eigenverantwortliches Arbeiten und Engagement

Um die Konzeption knapp und präzise gestalten zu können, kann in diesem Umfang kein vollständiger Überblick über unsere Erziehungstätigkeit gegeben werden. Parallel zur Konzeption befassen wir uns kontinuierlich mit der Weiterentwicklung unserer Qualitätsstandards, Qualitätssicherung und Prozessbeschreibungen, die in einem dynamischen Prozess laufend angepasst und erweitert werden.

 Unser soziales Umfeld

Die Stadt Nierstein befindet sich im Landkreis Mainz-Bingen im Bereich Rheinhessen und ist direkt am Rhein gelegen. Nierstein, mit seinen ca. 9000 Einwohnern, ist geprägt vom Weinbau, Tourismus und hat eine außerordentlich reiche geschichtliche Entwicklung. Dies ist heute noch im „Historischen Stadtkern“ zu der die „Langgasse“ als Nebenstraße gehört, in der sich das historische Gebäude der „Kleinkindschule“ im vorderen Bereich unserer Kita einfügt, zu sehen.

Zur Stadt Nierstein gehört der Stadtteil Schwabsburg. Charakteristisch für die Umgebung Niersteins ist das sog. „Rotliegende“ – eine rund 290 Mio. Jahre alte Tonschieferschicht von markant roter Farbe (Roter Hang).

Aufgrund der Nähe zum Rhein-Main-Gebiet, dem sehr gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr, dem Straßennetz und der guten Wohnlage, ist Nierstein damit die am stärksten wachsende Stadt zwischen Mainz und Worms.

Die Kinder aus unserer Einrichtung leben hauptsächlich in Familien mit 1-3 Kindern. Häufig sind beide Elternteile berufstätig, wodurch viele Familien eine Ganztagsbetreuung benötigen und die Betreuung von Kindern unter drei Jahren stetig zunimmt.

Wir sind über die Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern hinaus wichtige Anlaufstellen für Familien und andere Institutionen. Damit wir diese Funktion erfolgreich ausfüllen können, ist ein sozialräumlicher Blick unerlässlich um wertvolle Synergieeffekte für Kinder und Familien zu erkennen und nutzen zu können.

Das Gebäude unserer 1960/1961 fertiggestellten Kita wurde in den vergangenen Jahren immer wieder neu saniert, ausgebaut und den Bedürfnissen der Kinder und ihren Familien angepasst.

Rahmenbedingungen

Träger der Evangelischen Kindertagesstätte (Kita) „Morgenstern“ ist die Evangelische Kirchengemeinde Nierstein im Dekanat Ingelheim-Oppenheim. Wir gehören zu der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), eine der zwanzig Landeskirchen der Evangelischen Kirche Deutschland(EKD).

Die Kindertagesstätte hält für 136 Kinder im Alter von 8 Wochen bis 11 Jahren Plätze bereit. Wir bieten täglich Vollverpflegung für alle Kinder an.

Die Kindertagesstätte ist geöffnet:

->   Kernzeit 0 – 6 Jahren          7.30 – 14.30 Uhr
->   Kernzeit 6 – 11 Jahren    6.45 – 7.45 Uhr und 11.00 – 17.00 Uhr
->   Frühdienst 0 – 6 Jahren ab      6.45 Uhr
->   Verlängerte Betreuungszeiten bis max.17.15 Uhr
->   Sonderregelung Freitag bis max. 16.00 Uhr

Da die Anzahl an pädagogischen Fachkräften durch verschiedene erklärbare Gründe, wie z.B. dem jährlich neu festgelegten Personalschlüssel, schwankt, entnehmen Sie den aktuellen Stand der Team-Wand im Eingangsbereich. Beschäftigt bei uns sind pädagogische Fachkräfte wie: Erzieher*innen, Kinderpfleger*innen; Sozialassistenten*innen, Reinigungskräfte, Hauswirtschaftskräfte, ein Hausmeister und diverse Aushilfen.

Uns ist es wichtig, ein offenes Haus und Praxisstelle bzw. Einsatzort für Auszubildende zum Sozialassistenten, im Dualen System zum Erzieher, für Berufspraktikanten*innen, Studenten*innen, Kurzzeitpraktikanten*innen und FSJ-ler*innen zu sein und unser Wissen weiterzugeben. Mehrere Mitarbeiter*innen haben die Qualifikation einer Praxisanleitung.

„Das ganze unbewusste Streben des Kindes geht dahin,
sich durch die Loslösung vom Erwachsenen
und durch Selbstständigkeit
zur freien Persönlichkeit zu entwickeln.“
Maria Montessori

Religionspädagogik

Gemäß unserem Leitbild gestalten wir mit pädagogischem Ansatz die religiöse Erziehung der Kinder im Alltag. Mit Liedern, kindgerechten Gebeten und biblischen Geschichten vermitteln wir die Freude an Gottes Schöpfung und seiner grenzenlosen Liebe zu allen Menschen.

In einer Zeit zunehmender Vereinsamung in der Gesellschaft ist es uns wichtig, dass die Kinder in unserer Gemeinschaft Vertrauen und Geborgenheit erfahren. Achtung und Respekt, Streit und Versöhnung im Miteinander sind ein wichtiger Bestandteil unserer religiösen Pädagogik.

Mit der Mitgestaltung von ca. vier Familiengottesdiensten – wie z.B. des Adventsgottesdienstes – sowie der Beteiligung an religiösen Festen und den regelmäßig einmal im Monat stattfindenden Andachten, durch die Gemeindepfarrer*in in der Kita, intensivieren wir den Kontakt mit der christlichen Gemeinde.

Dabei ist es wichtig, den Kindern keinen abstrakten Begriff von Kirche zu vermitteln, sondern Kirche und die dazugehörigen Personen in der Gemeinsamkeit zu erleben und zu erfahren.

Deshalb werden monatlich kleine Gottesdienste in der Einrichtung angeboten. Dabei kommt der/die Pfarrer*in in die Kita. Da die Kinder sie kennen, besuchen sie gerne die angebotenen Gottesdienste. Die Gottesdienste sind sehr kindgerecht zu einem aktuellen Thema des Kirchenjahres gestaltet.

Zweimal im Monat werden alle Kinder zu einer kleinen Andacht in den Raum der Stille oder in die Kirche eingeladen. Zu diesen Gottesdiensten, die unser Pfarrer gestaltet, sind auch Eltern, Großeltern und alle Gemeindemitglieder eingeladen.

Die Kinder lernen in einer Atmosphäre der Geborgenheit und des Vertrauens die Grundregeln und Rituale eines Gottesdienstes im gemeinsamen Gebet und Gesang kennen.

  • Unsere kirchlichen Feste im Jahreskreis
    Ostern, Ökumenisches Gemeindefest, Erntedank, St. Martin, Nikolaus, Advent, Weihnachten und viele mehr.


Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag der Kindertagesstätte

Kindertageseinrichtungen sind Bildungsstätten. Sie haben laut Gesetz (KJHG) einen eigenständigen Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag (§ 22 Abs. 2). Dieser beinhaltet eine altersgerechte Förderung ihrer Persönlichkeit und – entsprechend der verankerten Werteordnung – die Kinder zu bilden und zu erziehen und somit auf das Leben vorzubereiten.
In Kindertageseinrichtungen soll die Entwicklung des Kindes zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit gefördert werden.

Kindertagesstätten begünstigen die Entwicklung eines jeden Kindes und wirken so Benachteiligungen entgegen. Alle Kinder in den Einrichtungen erfahren dadurch Chancengleichheit.

Das christliche Menschenbild ist Grundlage unseres Erziehungs- und Betreuungsauftrages in der Arbeit mit den Kindern. Wir leben hier im ganzen Haus eine offene Pädagogik und binden verpflichtend die Bildungs- und Lernbereiche, die in den „Rheinland-Pfälzischen Bildungs- und Erziehungsempfehlungen“ beschrieben werden, während des Besuches der Kindertagesstätte mit ein.

Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten mit all ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten. Sie sind neugierig, offen, wissbegierig und begeisterungsfähig. Aber sie sind auch leicht verletzbar; deshalb ist es uns wichtig eine vertrauensvolle und respektvolle Umgebung zu schaffen, in der die Kinder ernst genommen werden.

Das Einüben demokratischer Grundregeln befähigt die Kinder dazu, Grenzen und Regeln zu akzeptieren, zu hinterfragen, evtl. gemeinsam zu verändern, aber immer als notwendig für das soziale Miteinander zu erachten.

Das pädagogische Personal unterstützt die Erziehung der Kinder unter Berücksichtigung ihres Entwicklungsstandes zu selbständigen, selbstbewussten und verantwortungsbewussten Menschen; immer im Hinblick auf die Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle und Interessen der Kinder. Dabei ist es uns wichtig, ihre Entdeckerlust, ihre Phantasie und Kreativität zu unterstützen. Wir gestalten einen Lebens- und Erfahrungsbereich, der den Kindern zwischen dem Elternhaus und externen Einrichtungen (Schule/Tagespflege), ein Stück Heimat und familiäre Nähe bietet.

In einer geschützten Umgebung können eigene Erfahrungen im Umgang miteinander gesammelt werden. Die Kinder gehen soziale Beziehungen ein, die auf Freundschaft, Rücksicht und Hilfsbereitschaft beruhen. Um ihr Verantwortungsgefühl zu stärken werden die Kinder in Planungs- und Vorbereitungsaufgaben einbezogen, z.B. im Tagesablauf, Planung von Projekten und Ferienprogrammen. Dies geschieht im normalen Kita-Alltag wie auch in unseren Kinderkonferenzen.

Qualitätsentwicklung

Wir arbeiten, reflektieren, passen an und verändern unser Konzept seit über zwanzig Jahren nach der „offenen Arbeit“ und sehen es als sinnvolle Weiterentwicklung von der Kind- und situationsorientierten Pädagogik. Um den uns anvertrauten Kindern eine gelingende Entwicklung zu ermöglichen, ist uns eine qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit wichtig. Deshalb setzen wir uns für alle Bereiche unserer Arbeit Ziele und legen fest, wie wir sie erreichen können. Dies überprüfen wir regelmäßig. Die kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Konzeption gehört ebenso dazu und sichert deren Aktualität sowie die Zufriedenheit der Eltern und Kinder. Somit gehören Evaluierung und Weiterentwicklung des pädagogischen Konzeptes zu unserem Tagesgeschäft. Durch das Instrument der seit 2008 eingesetzten Qualitätsentwicklung haben wir eine Vielzahl von Qualitätsstandards entwickelt, die Maßstab und Richtlinie der pädagogischen Arbeit unserer Einrichtungen sind. Auf der Basis von Selbstreflexion wird aktueller Handlungsbedarf offensichtlich und bearbeitet. Durch die Optimierung und Dokumentation von Abläufen und Prozessen im einrichtungsinternen Qualitätshandbuch wird das Kita-Team in seiner täglichen Arbeit entlastet. Neue Mitarbeitende können sich auf dieser Basis schneller und umfassender einarbeiten. 
Die Qualitätsentwicklung ist neben der pädagogischen Arbeit von großer Bedeutung für eine Einrichtung. Das bedeutet, dass sich jede pädagogische Fachkraft als Lernende begreift und sich durch Fortbildungen und Selbstreflexionen weiterentwickelt. Das BETA-Gütesiegel, das wir zum zweiten Mal erhalten haben, wird an Kindertagesstätten vergeben, die erfolgreich ein Qualitätsentwicklungssystem in ihrem Haus etabliert haben.

Kinderschutzkonzept

In der Auseinandersetzung mit dem Thema Kindeswohl und dem daraus folgenden Präventionskonzept ist uns als pädagogische Fachkräfte ein Schutzkonzept wichtig. Mit Inkrafttreten des BKiSchG ist in Sachen Kinderschutz viel Verantwortung an die pädagogischen Fachkräfte und dem Träger übertragen worden.
Wir haben Sorge zu tragen, dass:

– die Rechte der Kinder gewahrt werden
– Kinder vor grenzüberschreitendem Verhalten in der Einrichtung geschützt werden
– die Kinder Schutz erfahren bei Kindeswohlgefährdung in Familie und Umfeld
– geeignete Verfahren der Beteiligten entwickelt, weiterentwickelt und angewendet werden.
– es eine Möglichkeit zur Beschwerde in persönlichen Angelegenheiten für alle Beteiligten
gibt.
– Verfahren zum Schutz bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung festgeschrieben sind und
angewendet werden.

All diese Anforderungen sind in dem vorliegenden Schutzkonzept berücksichtigt und festgeschrieben.

„Der beste Kinderschutz sind starke Kinder!“

Kindeswohl (§8A)

Der Kinderschutz ist ein fester Bestandteil unserer Arbeit. Kinder vor Gefahren für ihr Wohl zu schützen, ihre Rechte zu achten und ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen zu fördern sind Pflichtaufgaben und daher zentraler Bestandteil der gesamten Konzeption. Seit 2011 arbeiten wir nach einem Standard, der den Umgang mit dem Kindeswohl regelt.
Grundlage hierfür sind das „Präventionskonzept der Evangelischen Kindertagesstätte Morgenstern“, „Kindertagesstätten relevante Paragraphen“, dem „Positionspapier der EKHN“ und dem „Ablaufschema bei einem Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung“.

Alle Beschäftigten in unserer Kita sind für Gefährdungen der Kinder durch Misshandlungen oder Missbrauch, je nach Verantwortungsbereich abgestuft, sensibilisiert. Sie legen nach der geltenden Präventions­ordnung regelmäßig erweiterte Führungszeugnisse vor.
Die Fachkräfte sind sensibilisiert frühzeitig Anzeichen zu erkennen, die das Wohl des Kindes gefährden können. Sie unterstützen und beraten die Familie bei der Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgaben, vermitteln Hilfe durch geeignete Fachkräfte und leiten ggf. konkrete Hilfen ein.

 Beschwerdemanagement

Eltern und Mitarbeiter erfahren durch professionelles Beschwerde-management von Seiten der Einrichtungsleitung konstruktives Feedback. Aufgabe des Umgangs mit jeder Beschwerde ist es, die Belange ernst zu nehmen, den Beschwerden nachzugehen und im gemeinsamen Gespräch Lösungen zu finden, die alle mittragen können.

Beschwerden sollen in schriftlicher Form bei der Leitung eingehen, um so die Dokumentation zu gewähren. In der Regel führen sie zu einem Gespräch mit dem pädagogischen Personal, der Leitung und – wenn gewünscht – mit dem Träger. Information und Dokumentation sind für die Bearbeitung der Beschwerde unerlässlich.

Verbesserungsvorschläge der Eltern sowie Anregungen, Anfragen und Kritik werden ernst genommen. Konflikte werden aufgegriffen und gemeinsam nach Lösungen gesucht.

Kinder haben nicht die Möglichkeit, ihre Beschwerde in schriftlicher Form einzureichen. Hier sind empathisches Einfühlungsvermögen und eine gute Beobachtungsgabe des pädagogischen Personals von Nöten, um eine Beschwerde des Kindes zu erkennen, ernst zu nehmen und das Kind zu unterstützen.

Dies bezieht sich auch auf die nonverbalen Äußerungen der Kinder. Beschwerdemanagement bezieht auch die Kinder der Krippe mit ein. Achtsamkeit und eine dialogische Haltung der pädagogischen Fachkraft sind unabdingbare Voraussetzungen für eine sensible Wahrnehmung der Bedürfnisse des Kindes.

Ein weiteres Instrument für Kinder ist die Kinderkonferenz, um ihre Beschwerden vorzutragen. Während die Schulkinder im Hort schon sehr vertraut mit dieser Möglichkeit der Meinungsäußerung umgehen, wird es in der Kita noch Schritt für Schritt erlernt.

Wir verstehen Beschwerden als Gelegenheit zur Entwicklung und Verbesserung unserer Arbeit in unserer Einrichtung. Darüber hinaus bieten sie ein Lernfeld und eine Chance, das Recht der Kinder auf Beteiligung umzusetzen. Dies erfordert partizipatorische Rahmenbedingungen und eine Grundhaltung, die Beschwerden nicht als lästige Störung, sondern als Entwicklungschance begreift. Ziel unseres Beschwerdemanagements ist es, Zufriedenheit herzustellen.

Wir arbeiten „offen“


Wir arbeiten seit 20 Jahren nach den Grundsätzen der offenen Arbeit. Wir reflektieren, passen an und verändern Teile unseres Konzeptes im ständigen Blick auf die Kinder. Die offene Arbeit ist eine sinnvolle Weiterentwicklung der Kind- und situationsorientierten Pädagogik.
Offen Arbeiten heißt, flexibel und offen auf Veränderungen in der Pädagogik zu reagieren.

Die pädagogische Arbeit im offenen Konzept orientiert sich am Wesen des Kindes, an seinen Lebensverhältnissen und an seinen Bedürfnissen. Die Kinder finden Hilfe, Unterstützung und Anregung von den Erwachsenen, wenn sie es wollen, oder die Situation es erfordert.

Unsere Kinder wachsen in einer leistungsorientierten Gesellschaft auf. Lernen, besonders schulisches Lernen, hat einen hohen Stellenwert. Das Wort „Spielen“ hingegen besitzt einen negativen Beigeschmack. Darum sind viele Pädagogen*innen und Eltern der Meinung, dass nur eine gezielte Förderung die Kinder auf die Anforderungen der Zukunft vorbereiten kann.

Wir geben den Kindern, durch die Schaffung von Freiräumen und dem freien Spiel die Möglichkeit, eigene Lernerfahrungen zu sammeln, die für die Hirnentwicklung und das eigenständige Lernen von größter Bedeutung sind. Gerade das Spielen und die Freude am eigenen Tun haben einen nicht zu unterschätzenden Lerneffekt.

Spielen ist eine ernsthafte Tätigkeit für das Kind. Es setzt es sich mit seiner Umwelt auseinander und sammelt Erfahrungen.

Die offene Arbeit befähigt das Kind kompetent und selbstverantwortlich mit Problemen und Herausforderungen umzugehen. (Resilienz)

 Unser Erziehungsauftrag in der „offenen Arbeit“

In Bezug auf unseren Schwerpunkt des sozialen Lernens und dem gut gelebten Alltag

Durch familienergänzende Erziehung möchten wir die Kinder eigenständig, gemeinschaftsfähig, christlich und sozial, selbstbewusst und konfliktfähig erziehen.
Unser Anspruch ist es, dem einzelnen Kind ein positives Umfeld und Freiräume zu schaffen, damit es sich in Geborgenheit und Sicherheit individuell entwickeln und verschiedene Erfahrungen sammeln kann. Im Tagesablauf sehen wir ganz bewusst viel ungeplante Zeit vor, damit die Kinder spielen können. Im Spiel erlebt sich das Kind als sozial, aktiv und kreativ. Das Kind lernt so zum Beispiel Verantwortung für sein eigenes Tun zu übernehmen, seinen Körper zu beherrschen und einzusetzen, sich einzuordnen und Kompromisse zu schließen, sich kreativ mit der Welt auseinander zu setzen, Ideen zu entwickeln, Zusammenhänge zu erkennen, aktiv zu sein, ohne Angst zu haben, und größtmögliche Unabhängigkeit vom Erwachsenen zu erlangen.

Worin sehen wir die Rolle als pädagogische Fachkraft?

Unter dem Zitat von Maria Montessori „Hilf mir es selbst zu tun“ sehen wir uns in erster Linie als Ansprechpartner für das Kind. Wir sind aufmerksam für Anliegen, Wünsche, Bedürfnisse und Gefühle der Kinder und gehen sensibel darauf ein. Wichtig ist eine offene und empathische Haltung, um sich in die Welt des Kindes hineinversetzen zu können. Aber auch Grenzen zu setzen und Zusammenhänge verstehen zu können sind elementare Bestandteile.

Um eine gute Erziehungsarbeit zu leisten, reflektieren wir unsere Arbeit und unsere Erziehungsziele am Kind und schaffen Offenheit für neue Wege in der Pädagogik.
Wir stärken die Kinder, sich in der Gemeinschaft zu beteiligen und einzubringen, um sich als selbstwirksam zu erleben. Wir unterstützen die Kinder, sich ihrer Individualität bewusst zu werden und offen und neugierig auf Unbekanntes zuzugehen. Wir bestärken sie, ihr jeweiliges Können aktiv in den Alltag einzubringen und unterstützen sie im Umgang mit ihren Schwächen. In diesem Zusammenhang verstehen wir uns als Vorbilds- und Vertrauensperson dem Kind gegenüber. Probleme und besondere Bedürfnisse von Kindern müssen erkannt und adäquate Maßnahmen hierfür eingeleitet werden. In der Arbeit mit den Eltern möchten wir offen, beratend und unterstützend zur Seite stehen.
Dabei werden wir immer wieder auf Grenzen stoßen, die es zu bewältigen gibt. Die positive Reaktion der Kinder, das hohe Maß an Selbstständigkeit und Lebendigkeit, die viele Kinder erreicht haben, zeigen uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Als Grundlage für unsere Arbeit und die Umsetzung der Konzeption dienen die Leitlinien der EKHN, die Bildungs- und Erziehungsempfehlungen in Rheinland-Pfalz sowie die Landes- und Bundesgesetze.

„Kinder sollten mehr spielen als viele es heutzutage tun.
Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist –
dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später
ein Leben lang schöpfen kann.
Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme Welt zu haben,
 die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird.“
Astrid Lindgren1970

Unser Bild vom Kind?

Wir sehen das Kind als eigenständigen, selbstbewussten, sensiblen, kompetenten, Grenzen fordernden, aktiven, neugierigen und interessierten Menschen, der Spaß am Leben hat und seine Welt erobern möchte. Das Kind ist lernfähig, begeisterungsfähig und verletzbar. Das Kind ist zum großen Teil von seiner Familie geprägt und ist abhängig von seinem äußeren Umfeld. Jedes Kind hat Anspruch auf Individualität und Wahrung seiner Persönlichkeit, damit verbunden sind auch Rechte und Pflichten. Durch eigene Erfahrungen und im Zusammenleben mit anderen Kindern und Erwachsenen erforscht und gestaltet das Kind seine Umwelt. Dabei entdeckt das Kind seine Fähigkeiten und entwickelt sich zu einer selbstständigen Persönlichkeit.

„Erzähl mir etwas und ich vergesse es.
Zeige mir etwas und ich erinnere mich.
Lass es mich tun und ich verstehe.“
Konfuzius, Chinesischer Philosoph


Rechte der Kinder in unserer Einrichtung?

Alle Kinder haben in unserer Einrichtung die gleichen Rechte, kein Kind wird benachteiligt.

Die Kinder lernen in einer Atmosphäre der Geborgenheit, Vertrauen in sich und andere zu entwickeln. Im sozialen Miteinander lernen die Kinder mit Konflikten umzugehen und diese in angemessener Form zu bewältigen. Sie werden unterstützt, ihre Gefühle ernst zu nehmen, zu erkennen und zu äußern. Das Kind hat bei uns in der Einrichtung Anspruch auf Selbstbestimmung und jederzeit das Recht auf Gegenwehr. Dies stärkt die Persönlichkeit der Kinder und ihre Fähigkeit zur Resilienz.

Die Kinder haben ein Recht auf Schutz und Fürsorge. Das heißt, dass das pädagogische Personal eingreift, wenn es in irgendeiner Form die Entwicklung eines Kindes gefährdet sieht. Wir unterstützen das Elternhaus mit erziehungsbegleitenden Maßnahmen, z.B. Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, mit Förderstellen, Therapeuten u.a.

Integration und Inklusion sind feste Bestandteile unserer Arbeit. Wir versuchen jedem Kind in unserer Einrichtung einen festen Platz zu geben und unterstützen es in seiner Entwicklung und in der Bewältigung seines Alltages.

Die Kinder haben ein Recht auf Bildung, auf Erholung und Spiel.

In unserer Einrichtung wird dem Freispiel einen großen Stellenwert eingeräumt. Die Kinder können sich nach ihren Interessen und Bedürfnissen beschäftigen. Dadurch bieten wir den Kindern viele Möglichkeiten, sich selbst auszuprobieren, aktiv zu sein und eigene Lernerfahrungen zu sammeln.

Das Kind kann seinen Tag selbstbestimmt verbringen und wird in Entscheidungsfindungen einbezogen. Dies trägt wesentlich zur Entwicklung des Selbstwertgefühls bei. Die Kinder sind die Akteure und dürfen auch Projektthemen bestimmen. Die pädagogischen Fachkräfte unterstützen die Kinder in ihren Bildungserfahrungen.

Kinder haben ein Recht, sich zu informieren, eine eigene Meinung zu haben und an Entscheidungen zu ihrer Person beteiligt zu werden.

Den Kindern wird im Alltag sehr viel Mitspracherecht eingeräumt, Partizipation wird in unserem Hause gelebt. Die Kinder bestimmen, mit wem sie spielen und wann und wo sie spielen- Sie können frei entscheiden, wann und mit wem sie essen gehen und vieles mehr. Die Meinung der Kinder wird ernst genommen und wertgeschätzt.

In Kinderkonferenzen werden die Kinder in organisatorische und pädagogische Themen der Einrichtung einbezogen, ihre Meinung wird gehört, sie können ihre eigenen Probleme, Sorgen und Wünsche äußern.

Die Kinder finden ein offenes Gehör bei dem pädagogischen Personal und können so erste demokratische Erfahrungen sammeln. Ihre Beschwerden und Einwände werden gehört und ernst genommen. Die Kinder werden als eigenständige Persönlichkeiten angesehen und haben ein Anrecht auf Selbstbestimmung und freie Meinungsäußerung.

Teamarbeit

  • Was ist ein Team? 

Wir sind pädagogisch geschulte Fachkräfte und bilden eine Arbeitsgemeinschaft in der Kita, die zum Wohle der Kinder plant und aktiv ist.
 

  • Wie arbeiten wir in Teams

Um eine gute pädagogische Arbeit, den gesetzlichen Auftrag für die Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder in unserer Einrichtung zu gewährleisten, benötigen wir genügend Zeit für Planung, Austausch und Absprachen. Dies findet zum einen in unseren Teamsitzungen statt. Zusätzlich haben wir jährlich bis zu 7 festgelegte Konzeptions- und Teamtage und jede Fachkraft nimmt an unterschiedlichen Fortbildungen teil. Die dadurch erworbenen fachspezifischen Kenntnisse und Zusatzqualifikationen fließen mit in die pädagogische Arbeit ein.

Die Aufgabe des Leitungsteams ist es, ein Team zu schaffen, in dem jedes Mitglied in der Lage ist, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen. Auf dieser Basis können alle motiviert an der Weiterentwicklung der Kindertagesstätte mitarbeiten.

Alle pädagogischen Fachkräfte haben eine wöchentliche Vorbereitungszeit, um pädagogische Angebote vor- und nachzubereiten, Elterngespräche vorzubereiten und zu führen. Diese Zeiten sind wichtig, um die Arbeit mit den Kindern zu reflektieren und zu koordinieren.

Elternarbeit

Bei der Elternarbeit wirken pädagogische Fachkräfte, Leitungen, Träger, externe Bildungsstätten/Therapeuten und Eltern in einer Verantwortungsgemeinschaft zum Wohle des Kindes zusammen. Die Zusammenarbeit mit Eltern basiert auf gegenseitigem Respekt, Wertschätzung, Transparenz, Offenheit, Vertrauen, Ehrlichkeit und setzt gegenseitiges Verständnis voraus. Eine gute Zusammenarbeit schafft eine Atmosphäre in unserer Kindertagesstätte, die uns allen zu Gute kommt.

Im Rahmen der Transparenz finden regelmäßig Entwicklungsgespräche, basierend auf Beobachtung und Dokumentationen der pädagogischen Fachkräfte, statt. (*Standard Elterngespräch und BEE-RLP) 

Selbstverständlich sind wir offen, die Zusammenarbeit zu erweitern und gemeinsam nach neuen, interessanten Wegen zu suchen.
Die Wünsche und Erwartungen der Eltern werden regelmäßig im Team besprochen, wobei zu beachten ist, dass unsere pädagogischen Ziele die Umsetzung nicht immer ermöglichen.
Der weitere Informationsfluss wird durch Elternbriefe, Homepage, Informationstafeln, Elternveranstaltungen, Kita-Newsletter und der Kita-Zeitung „Morgenstern“ gewährleistet.


 Elternausschuss

Der Elternausschuss besteht aus gewählten Vertretern der Elternschaft der Kindertagesstätte Morgenstern. Er hat eine beratende Funktion und ist bei bestimmten Themen zu befragen. Der Elternausschuss vertritt die Interessen der Eltern und des Trägers. Darüber hinaus fungiert er als Bindeglied zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern.


 Kindertagesstätten Ausschuss

Der Kindertagesstätten Ausschuss berät im Rahmen der jeweils geltenden kirchlichen und staatlichen Bestimmungen über alle die Kindertagesstätte betreffenden Angelegenheiten. Er hat den Auftrag, die Arbeit der Kindertagesstätte zu unterstützen. Der Ausschuss hat bestimmte Aufgaben vom Träger übertragen bekommen. Zudem kann der Ausschuss Anträge stellen und Empfehlungen an den Träger aussprechen.

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen / Öffentlichkeitsarbeit

Unsere Kindertagesstätte versteht sich als ein wichtiger Teil der Kirchengemeinde. Wir geben den Kindern die Möglichkeit am öffentlichen Leben teilzunehmen, dabei grundlegende, gesellschaftliche Zusammenhänge zu erkennen und sich selbst als Teil dieser wahrzunehmen.
Im Rahmen unseres pädagogischen Bildungsauftrages treten wir mit den verschiedensten Institutionen in Kontakt.

Wir möchten die Ziele und Inhalte unserer pädagogischen Arbeit in der Öffentlichkeit gut transparent machen.
Zur Öffentlichkeitsarbeit gehört für uns:

– schriftliche pädagogische Konzeption
– Internetpräsenz
– Anmelde– und Informationsgespräche für Erziehungsberechtigte
– öffentliche Veranstaltungen in der Kindertagesstätte 
– Newsletter
– Kita Zeitung Morgenstern
– Pressemitteilungen
– Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern 
– Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten und Schule in der Stadt Nierstein
– Hort – AG
– Leitungskonferenz

Ebenso freuen wir uns über Besuch von Fachkollegen*innen, Lehrer*innen und Interessierten aus anderen Institutionen. Eltern und Gäste unserer Kita informieren wir über die aktuellen Angebote des Familienzentrums durch Aushang im Eingangsbereich.

 Kooperation und Vernetzung im Sozialraum

Die Vernetzung und die Kooperation mit anderen Institutionen haben sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Es besteht ein enger Austausch und Kontakt mit den Kindertagesstätten im Einzugsgebiet. Es finden regelmäßige Treffen statt, in denen Anmeldungen abgeglichen werden.

Die Kindertagesstätte arbeitet darüber hinaus mit folgenden Institutionen/Arbeitskreisen regelmäßig zusammen:

  • dem Jugendamt
  • Kinderärzten*innen
  • Therapeuten*innen wie Logopäden*innen, Psychologen*innen, Ergotherapeuten*innen
  • Erziehungsberatungsstellen
  • Fachberatung des Zentrum Bildung
  • Zentrum Bildung der EKHN
  • Leitungskonferenz des Dekanats Ingelheim-Oppenheim
  • Hort-AG
  • den anderen Kindertagesstätten vor Ort
  • der Grundschule
  • den Betrieben vor Ort
  • der Regionalverwaltung
  • der Stadt Nierstein
  • der Verbandsgemeinde Rhein-Selz
  • der Allgemeinen Zeitung


Eingewöhnungsphasen und Übergänge

Mit der Aufnahme in die Kita Morgenstern (Krippe, Kita oder Hort) beginnt für das Kind und dessen Eltern ein neuer, aufregender Lebensabschnitt.
Die Eltern werden zu einem ersten Gespräch eingeladen, um alle nötigen Hinweise bezüglich der Eingewöhnung in einer angenehmen Atmosphäre auszutauschen.

Das Kind wird im Eingewöhnungsprozess individuell vom pädagogischen Fachpersonal begleitet.

In dieser Zeit lernt es gelebte Abläufe, Regeln und Rituale kennen. Es wird auf seinem Streifzug durch das Haus liebevoll begleitet und bei dem Anknüpfen erster Kontakte unterstützt. Dabei werden die Betreuungszeiten täglich etwas erweitert.

Ziel der Eingewöhnung ist es, ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen dem Kind, dem pädagogischen Personal und den Eltern zu schaffen, damit sich das Kind sicher von seiner Bezugsperson lösen kann.

Die Kinder im Schulalter werden zu „Schnuppernachmittagen“ eingeladen, um die Einrichtung, die Abläufe im Haus und die pädagogischen Mitarbeiter kennen zu lernen.

Wir nehmen jedes Kind so an wie es ist, mit seinen individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten. Eine sichere Beziehung zu dem pädagogischen Personal ermöglicht es dem Kind, seinen Alltag selbstbestimmt und selbstständig zu organisieren, ohne Ängste ausstehen zu müssen.

In dieser sicheren, vertrauten Umgebung unterstützen wir das Kind in seiner Entwicklung zu einer selbstbewussten und sozialen Persönlichkeit. (Übergänge siehe Standard Eingewöhnung/Eingewöhnungskonzept in der Krippe)

Beobachten und Dokumentieren

Regelmäßige und gezielte Beobachtungen von einzelnen Kindern oder Kindergruppen sind eine wichtige Voraussetzung, um ihren Entwicklungsprozess zu begleiten und zu fördern aber auch um ihre Bedürfnisse, Gedanken und Vorhaben zu erkennen. Gerade bei kleinen Kindern, welche sich noch nicht verbal ausdrücken können, ist das einfühlsame Beobachten eine nicht wegzudenkende Arbeitsweise. Eine weitere Art ist das systematische Beobachten. Hierbei werden gezielt Situationen betrachtet, um auf die Kompetenzen und Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können. Dadurch sind wir in der Lage, unsere Arbeit zu planen und den Entwicklungsstand jedes einzelnen Kindes zu verfolgen. In der Dokumentation werden die Beobachtungen zusammengetragen. Jedes Kind erhält mit dem Eintritt in die Kita einen Dokumentationsordner, welcher es während der gesamten Kita-Zeit begleitet und der Bildungsbiographie dient.

Unsere Dokumentation der Bildungsarbeit ist auch geprägt von zahlreichen Fotos in unserem Haus und die vielseitigen, kreativen Arbeiten der Kinder. So ermöglichen wir den Kindern, auch ohne Abhängigkeit von Erwachsenen in ihre Bildungsbiographie einzutauchen und sich damit zu beschäftigen. Grundlage für die kontinuierlich geführten Entwicklungsgespräche mit den Eltern ist das Beobachtungsinstrument von Kuno Beller. Unsere Beobachtungen werden durch die Wahrnehmungen der Eltern ergänzt. In einem gemeinsamen Elterngespräch werden Entwicklungsfortschritte benannt und über eine individuelle Förderung gesprochen. Ein regelmäßiger Austausch über Beobachtungen und Elterngespräche findet im Team statt.

Projektarbeit

Projekte finden in unserem Haus täglich und in unterschiedlichen Formen statt. Es gibt freie Projekte, die sich im Spiel und nach den Interessen der Kinder entwickeln. Es gibt Projekte, die nach dem situativen Ansatz vom pädagogischen Personal altersübergreifend angeboten werden und es gibt Projekte, die in altershomogenen Gruppen von den Bezugserziehern*innen angeboten werden.

Wir sehen unsere Projektarbeit als ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen, ausgehend von den Interessen und Bedürfnissen der Kinder. Spaß und Freude stehen dabei im Fokus. Hier wird das „Wir-Gefühl“ gestärkt und das „gemeinsame Tun“ gefördert.
Ein Projekt braucht Struktur zur Orientierung und ist zeitlich vom Interesse der Kinder abhängig. Aufgrund ihres Wissens bringen die Kinder Themen ein. Eine vielfältige, breitangelegte Bearbeitung ermöglicht den Kindern, sich mit ihren Themen zeitintensiv zu beschäftigen und so eigenständige Lösungswege zu finden.
Dieses bestärkt die Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und das Kind lernt, sich in die Gruppe zu integrieren, eigene Bedürfnisse zu vertreten und die Meinung anderer zu respektieren.
So wachsen die Erfahrungen der Kinder, sie gewinnen ständig neue Erkenntnisse, die wir aufgreifen, umsetzen und in dazu passende Angebote integrieren.
All dies hilft dem Kind, seinen Weg in die Selbstständigkeit zu finden und die notwendige Reife zur Einschulung zu entwickeln.
Mit Hilfe von Aushängen an unseren Informationstafeln, der Kita-Zeitung und Ausstellungen der entstandenen Arbeiten, veranschaulichen die Projektgruppen die Themen.

 Raumgestaltung

Unsere Kindertagesstätte ist Lern-, Lebens- und Erfahrungsraum. Wichtig sind deshalb Räume, in denen sich die Kinder wohl fühlen, sich zurückziehen können und ungestört miteinander kommunizieren. Es ist uns wichtig, dass wir mit den Kindern Räume schaffen, in denen sie sich gerne aufhalten und die ihren kindlichen Bedürfnissen entsprechen. Daher greifen wir die Ideen und Wünsche der Kinder auf und lassen sie in unsere Gestaltung mit einfließen.

 Außengelände

Unser Außengelände bietet den Kindern vielfältige Möglichkeiten, ihren Bewegungsdrang und motorischen Fertigkeiten bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit auszuleben. Viele Bäume, Hecken und Nischen ermöglichen den Kindern, sich auszuprobieren und auf Entdeckungstour zu gehen. Neben verschiedenen Fahrzeugen und Sandspielsachen haben die Kinder auch die Möglichkeit mit diversen Kisten und Brettern kreativ ihr Spiel zu gestalten.
Ruhe und Rückzugsmöglichkeit bietet der Innenhof. Der geschaffene Werkraum im Außengelände bietet den Kindern, den Umgang mit Werkzeug und Baumaterialien unter Anleitung zu erlernen. (s.a. Konzept Außengelände)

Siehe Homepage „Räume“ .

Regeln und Grenzen in unserem offenen Haus

>>Regeln und Grenzen sind auch in der Offenen Arbeit unverzichtbar, jedoch werden sie immer wieder überarbeitet und angepasst. <<

So wie es in unserer Kindertagesstätte einen großen Freiraum für die individuelle Gestaltung des Tagesablaufes gibt, muss es auch Regeln und Grenzen geben, an die sich alle Beteiligten verbindlich halten müssen. Sie geben allen einen festen und verlässlichen Rahmen für den Alltag.

Darüber hinaus gibt es, ganz nach Situation, flexible Absprachen zwischen den Kindern und pädagogischen Fachkräften, z.B. bei Überschreitung der Kinderzahl in einem Funktionsraum.

Um den Kindern soweit es geht Freiräume zu schaffen, dürfen sich Kleingruppen bis zu 8 Kindern, nach Absprache mit dem pädagogischen Personal, alleine in einem Raum oder im Außengelände aufhalten.

Dies setzt Vertrauen voraus, deshalb ist es Aufgabe des pädagogischen Personals, die Zusammensetzung der Gruppe und das Alter der Kinder im Blick zu haben.
Unsere Regeln werden immer wieder gemeinsam mit den Kindern überprüft, reflektiert und angepasst. Durch ihr Mitspracherecht fühlen sich die Kinder ernst genommen und unterstützt.
Viele Regeln in unserem Haus müssen nicht mehr kontrolliert werden, sie wurden von den Kindern verinnerlicht. Die Kinder erinnern sich gegenseitig, z.B. an das Aufräumen beim Verlassen eines Raumes.

Die Umsetzung der Regeln beruht auf gegenseitigem Vertrauen; dies ist die Basis gegenseitiger Achtung und Wertschätzung. (Mehr finden Sie bei den Raumkonzepten, dem kleinen Morgenstern ABC, der Aufnahmeordnung, …)

Kinder sollen mit viel Liebe aufwachsen,
aber sie wollen und brauchen Normen.“
Astrid Lindgren

Der Tagesablauf der Kita Morgenstern:

6.45 Uhr Öffnung der Einrichtung
Der Frühdienst übernimmt die Aufgaben am Empfang und die Kinderbetreuung, u.a. auch die der Hortkinder, die vor dem Schulbeginn in der Einrichtung betreut werden.
Die Räume sind noch nicht alle besetzt, deshalb werden die ersten Kinder gemeinsam vom anwesenden Personal betreut, es besteht bereits die Möglichkeit zum Frühstück.

Bis ca. 10 Uhr können die Kinder in der Freispielzeit, nach ihren Interessen in den Funktionsräumen/Außengelände spielen und an Angeboten in den einzelnen Räumen teilnehmen. Während dieser Zeit besteht immer die Möglichkeit zum Frühstück und zum ausreichenden Trinken in der Krümelecke.

Ab 10 Uhr finden an 4 Tagen in der Woche Projekte statt. Einmal wöchentlich können sich die Kinder frei entscheiden, welches Projekt sie besuchen wollen. Dreimal wöchentlich sind die Kinder mit ihren Bezugserzieher*innen in ihrer altershomogenen Projektgruppe.

Der Mittwoch steht den Kindern zur freien Verfügung. Wenn sie möchten, können sie an dem Gottesdienst teilnehmen, der einmal im Monat in der Einrichtung stattfindet.
Oft finden an diesem Tag auch spontane Projekte oder Spaziergänge statt, an denen die Kinder teilnehmen können.

Ab 10.45 Uhr sind wieder alle Funktionsbereiche für die Kinder geöffnet.
In der Krümelecke beginnt um 11.30 Uhr das Mittagessen. Die Kinder haben die Möglichkeit, hier in Kleingruppen bis spätestens 13.45 Uhr zu essen. In diesem Raum essen alle Kinder, die im Haus betreut werden, individuell wann sie Hunger haben und mit wem sie essen möchten. Es gibt keine festen Essensgruppen.

Ab 11.45 Uhr kommen die ersten Kinder aus der Schule zurück. Sie haben nun die Möglichkeit, sich frei zu entscheiden, was sie zuerst machen möchten: Hausaufgaben, Mittagessen oder Spielen/sich im Freien bewegen.
Für die jüngsten Kinder beginnt die Ruhezeit. Wer möchte, darf schlafen gehen oder sich eine stille Beschäftigung im Haus suchen.

Ab 14 Uhr beginnt die Abholzeit der Ganztageskinder (der Empfang ist durch eine pädagogische Fachkraft besetzt).

Für alle anderen Kinder besteht in der Freispielzeit die Möglichkeit, an verschiedenen Nachmittagsprojekten teilzunehmen oder ihr Spiel frei zu wählen.
Am 1. und 3. Donnerstag im Monat können die Kinder einen kleinen Gottesdienst im Raum der Stille oder in der Martinskirche besuchen. (Aushang beachten)
Jeden 2. und 4. Donnerstag besucht uns eine „Vorlesepatin“ und liest den Kindern spannende Geschichten vor.
Einmal im Monat besuchen die Kinder eine Seniorengruppe im Johannes Busch Haus, wo gemeinsam musiziert und gesungen wird.
Im Hort finden nach Absprachen und Wünschen der Kinder am Nachmittag unterschiedliche AGs statt.
Alle zwei Wochen treffen sich die Hortkinder zur Kinderkonferenz oder zu gemeinsamen Geburtstagsfeiern.

Von 14.30 Uhr bis 15.30 Uhr wird in der Krümelecke für alle Kinder ein Imbiss angeboten.

Die Einrichtung schließt regulär um 16.30 Uhr.

Kinder, deren Eltern eine Bescheinigung vom Arbeitgeber vorlegen, können bis spätestens 17.15 Uhr betreut werden.
Freitags schließt die Einrichtung bereits um 15 Uhr.
Kinder mit Spätdienstberechtigung werden bis 16 Uhr betreut.

Besonderheiten:
Die Hortkinder werden an schulfreien Tagen ganztags betreut.
Die Ferientage werden gesondert geplant und je nach Situation und den Bedürfnissen der Kinder individuell gestaltet.

Krippe

Da die Krippe ebenfalls das Konzept der offenen Arbeit lebt, haben die Kinder den Vorteil, begleitet durch das Haus zu gehen und sich  – genauso wie die Kindergartenkinder – ihren Bereich zu suchen, den sie zu der jeweiligen Zeit brauchen. D.h. die Funktionsräume sind auch für die Krippenkinder geöffnet. Die entsprechende Betreuung ist durch die pädagogischen Fachkräfte gewährleistet. Die Betreuung erfolgt in Absprache mit der Fachkraft, die das Kind begleitet.

Der Krippenraum ist ein Rückzugsort und eine Ruheinsel für die Kinder. Dieser soll die Möglichkeit geben, den Jüngsten unserer Einrichtung bei Bedarf Ruhe, Schutz, Sicherheit, Wärme und Geborgenheit zu bieten. Natürlich können auch die Kita-Kinder von diesem Angebot profitieren und dies nutzen. Es herrscht eine harmonische Atmosphäre.

Unser offenes Konzept stellt besondere Anforderungen an das Raumkonzept. Um die Verbindung von Ruhebereich und die Möglichkeit, sich dort altersentsprechend zu bewegen, spielen und zu entdecken, herzustellen, muss der Raum eine Vielzahl an Möglichkeiten aufzeigen. Gerade die Eingewöhnungskinder benötigen in der Anfangszeit noch den sicheren Rahmen des Krippenraums. Sie strecken erst nach und nach die Fühler vorsichtig aus und erobern sich mit der Zeit die gesamte Kita. Aber auch den Kindern, die sich nicht die ganze Zeit im Kitabereich aufhalten möchten, soll der Raum gerecht werden. (Siehe Raum-, Eingewöhnungs- und Religionspädagogisches Konzept der Krippe)

Hort

Im Hort (Blitzgiraffen) werden Kinder von der Einschulung bis zu ihrem 12.Lebensjahr betreut.
Die Kinder besuchen den Hort vor- bzw. im Anschluss an ihrem Unterricht in der Schule und ganztags an schulfreien Tagen.
Wir gestalten gemeinsam einen Lebens- und Erfahrungsbereich, der den Kindern zwischen Elternhaus und Schule ein Stück Heimat und Geborgenheit bietet.
Die Kinder können ihre Zeit im Hort selbst einteilen. Sie entscheiden, wann sie zum Essen gehen, ihre Hausaufgaben erledigen oder erst noch mit ihren Freunden*innen spielen wollen.

Gerade für Kinder im Grundschulalter, deren Tag die meiste Zeit fremdbestimmt wird, ist Partizipation und Selbstbestimmung ein wichtiger Aspekt in der Persönlichkeitsbildung und Zufriedenheit des Kindes.
Es werden soziale Beziehungen in unterschiedlichen Altersgruppen geknüpft. Die Kinder lernen sich gegenseitig zu achten und zu helfen. Sie nehmen Rücksicht aufeinander, lernen aber auch, ihre Meinung zu äußern und Konflikte zu lösen.
In einer geschützten Umgebung können eigene Erfahrungen gesammelt werden. Kreativität, Entdeckerlust, Eigenverantwortlichkeit und Stärkung des „Wir-Gefühls“ sind einige der Ziele in der Arbeit mit den Kindern.
Die Kinder werden in Kinderkonferenzen und der täglichen Arbeit gehört und eingebunden. Gemeinsam planen wir den Tagesablauf und Aktivitäten (Ferienprogramm, AGs).

Der Hort bietet die Möglichkeit einer fachlichen, flexiblen und individuellen Betreuung der Kinder.

Schlusswort

Liebe Leserin, lieber Leser, nun sind wir am Schluss angekommen.

Wir begleiten die uns anvertrauten Kinder ein Stück auf ihrem Lebensweg. Neugierig und unbefangen bewegen sie sich nach kurzer Zeit in ihrer neuen Umgebung. Sie suchen nach Wegen um ihre Selbstständigkeit und Eigenständigkeit zu erlangen. Sie fragen uns und andere Erwachsene um Rat, suchen Halt und Begleitung.

Aus diesem Grund ist uns die Erstellung dieser Konzeption wichtig.

Wir wollen unsere Pädagogik, unsere Arbeit und unsere Gedanken in einer schriftlichen Form festhalten und für alle Interessierten in Papierform und im Internet dokumentieren.

Die älteren Versionen verlieren ihre Gültigkeit.

“Müssen – Sollen  oder  Können – Wollen”

Wenn ich nur darf, wenn ich soll,
aber nie kann, wenn ich will,
dann kann ich auch nicht, wenn ich muss.
Wenn ich aber darf, wenn ich will,
dann mag ich auch, wenn ich soll,
und dann kann ich auch, wenn ich muss.
Denn merke:
Die können sollen, müssen auch wollen dürfen.

 Johannes Conrad (Schriftsteller und Philosoph)

Rechtliche Gültigkeit